Volvo P1800E

Vom Vorkriegsfahrzeug zum entspannten  Oldtimer-Ausflug – und die Geschichte unseres Volvo P1800E

Unsere Leidenschaft gehört seit jeher den Oldtimern – insbesondere den seltenen Vorkriegsfahrzeugen, die nicht nur Geschichte erzählen, sondern sie auch lebendig machen. Jedes unserer Fahrzeuge hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Geschichte und seinen ganz besonderen Reiz. Doch so faszinierend diese automobilen Schätze auch sind, sie bringen oft einen gewissen Aufwand mit sich: Vorbereitung, Wartung und ein wachsames Auge während jeder Ausfahrt.
Genau aus diesem Grund entstand bei uns der Wunsch, einen Klassiker zu finden, der etwas unkomplizierter ist. Ein Fahrzeug, mit dem man auch spontan einen Ausflug unternehmen kann – ohne lange Vorbereitung, sondern einfach mit Freude am Fahren. Unsere Wahl fiel daher auf einen Oldtimer aus den 1970er Jahren – eine perfekte Mischung aus klassischem Design und bereits ausgereifter Technik.
Der entscheidende Moment kam auf einer Messe in Oktober 2014 in Salzburg. Auf dem Stand von Classix – eines netten Schwedischen Autohändlers (https://www.classix.se/ ) entdeckte Elena einen Volvo P1800 in wunderschönen rot  – ein elegantes, zeitloses Coupé mit unverwechselbarem Charakter. Die Begeisterung war sofort da, besonders nachdem sie sogar probesitzen durfte. Doch die Freude währte nur kurz: Der Wagen wurde uns sprichwörtlich vor der Nase verkauft.
Ein Jahr später, gleiche Messe, sind wir direkt zum Stand von Michael Schiebler, der uns auch sofort wiedererkannt hat, – und tatsächlich: wieder ein roter Volvo P1800E. Dieses Mal zögerten wir nicht lange. Die Entscheidung war schnell getroffen, und das Fahrzeug fand seinen Weg zu uns.
Seitdem sind wir mehr als glücklich mit unserem „neuen“ Oldie. Der Volvo hat uns bereits auf zahlreiche Oldtimertreffen und Rallyes begleitet und sich dabei als zuverlässiger und stilvoller Begleiter bewährt. Er verbindet genau das, was wir gesucht haben: Fahrspaß, Charakter und die Möglichkeit, auch einfach mal spontan loszufahren.

Die Geschichte des Volvo P1800 – skandinavische Technik trifft italienisches Design

Der Volvo P1800 wurde Anfang der 1960er Jahre entwickelt, als Volvo den Wunsch hatte, ein sportliches, emotionales Fahrzeug für den internationalen Markt zu schaffen. Nach einem ersten, wenig erfolgreichen Versuch mit dem P1900 startete 1957 die Entwicklung eines neuen Sportcoupés.
Das Besondere: Obwohl der P1800 als typisch schwedisches Fahrzeug gilt, entstand sein Design unter starkem italienischen Einfluss. Die Linienführung wurde vom schwedischen Designer Pelle Petterson entworfen, der damals im Studio des italienischen Karosseriebauers Pietro Frua arbeitete. Lange Zeit wurde das Design ausschließlich Frua zugeschrieben – erst Jahrzehnte später erhielt Petterson offiziell die Anerkennung für seine Arbeit. Unser Wagen war noch in Schweden bei einem Markentreffen dabei, da hat Pelle Petterson auf der Innenseite des Kofferraumdeckels sein Autogramm verewigt.
Das Ergebnis war ein außergewöhnlich elegantes Coupé, das sich deutlich von den sonst eher sachlichen Volvo-Modellen abhob: lange Motorhaube, fließende Linien und eine klassische Gran-Turismo-Form. Genau diese Mischung aus nordischer Klarheit und italienischer Eleganz macht den P1800 bis heute so besonders.
Technisch basierte der Wagen auf bewährten Volvo-Komponenten, insbesondere auf der Amazon-Baureihe, was ihm eine hohe Zuverlässigkeit verlieh – ein entscheidender Vorteil gegenüber vielen anderen Sportwagen seiner Zeit. Die Produktion begann 1961, zunächst noch in England bei Jensen, bevor Volvo die Fertigung nach Schweden verlagerte. Über die Jahre wurde das Modell kontinuierlich weiterentwickelt – von den frühen P1800 und 1800S bis hin zu unserem Modell, dem P1800E ab 1970. Diese Version brachte moderne Technik wie eine elektronische Benzineinspritzung von Bosch, mehr Leistung und erstmals rundum Scheibenbremsen.
Berühmt wurde der Volvo P1800 nicht zuletzt durch seinen Auftritt in der TV-Serie „The Saint“ (in Deutschland unter dem Titel „Simon Templar“ ausgestrahlt), in der er von Roger Moore gefahren wurde – ein Image, das dem Wagen bis heute anhaftet.