Mercedes Benz 230 W143 Cabriolet A 

Damit sich der MB230 W153 nicht langweilt, haben wir ihm in Januar 2012 eine Freundin ersteigert. Unter den Karosserievarianten der Mercedes Fahrzeuge haben in der Vorkriegszeit die Cabriolet A zu den elegantesten gehört. Von dem MB230 sind nicht sehr viele bekannt, aber hier und da taucht schon mal einer zum Verkauf auf. In Januar 2012 war ein solches Fahrzeug, ein MB230 W143 von 1937 in den USA zur Versteigerung gekommen.

Wir waren der ominöse „Telephone bidder“. Das ist eine sehr spannende Erfahrung, aber einmal im Leben reicht sowas! Mitten in der Nacht haben wir am Telefon mitgeboten und am Ende waren wir erfolgreich. Wir haben uns vorab ein Limit gesetzt und uns geschworen, dass wir auch rechtzeitig aufhören und uns nicht in unrealistische Preisbereiche provozieren lassen.

Spannend, wirklich spannend – und in ein paar Minuten war alles vorbei. Wir haben den Zuschlag knapp unter unserem Limit bekommen. Jetzt mussten wir den Transport und die Verzollung organisieren, das ging recht gut und irgendwann in März 2012 stand das Auto da. Aus den Bildern hatten wir gewisse Erwartungen, jetzt mussten wir schauen, was wir gekauft haben. Wirklich Glück gehabt!

Obwohl das Auto für den Concours d’Elegance in Pebble Beach in 1979 in USA restauriert wurde, wurde nichts vermurkst. An der Technik hat man nichts gemacht, die ist im absolutem Originalzustand. Die Karosserie, der Lack und die Polsterung haben eine schöne Patina, die Restaurierung ist doch schon mehr als 30 Jahre her.
Das Auto wurde 1937 als Neufahrzeug in die Schweiz geliefert, musste also keinen Krieg durchmachen. Wann es genau in die USA gekommen ist haben wir nicht herausfinden können. Die letzten mindesten 10 Jahre hat es in einem Mercedes Austellungsraum in Kalifornien verbracht.

Als das Auto geliefert wurde, mussten wir einiges für den TÜV und Zulassung vorbereiten. Wir haben die zweite Rückleuchte nachgerüstet (in 1937 war nur eine Rückleuchte obligatorisch), es ist uns gelungen ein originales Bosch Ovallicht zu bekommen.

Die Blinker und die Warnblinker sind nachgerüstet worden. Der landshuter TÜV-Mitarbeiter hat sich direkt gefreut, so ein Fahrzeug prüfen zu dürfen. Die Zulassung war dann auch nicht kompliziert, das Auto hat ein H-Kennzeichen.

Der Mercedes hatte ein massives thermisches Problem. Nach kurzester Fahrt hat es zum Kochen angefangen. Die Diagnose war ganz einfach – der Kühler war zu. Kühler ausgebaut, neues Kühlnetz einbauen lassen, seit dem ist die Temperatur kein Problem mehr. Das Lenkrad war solange gut, solange man trockene Hände hatte. Durch Schweiss oder Regen waren die Hände sofort schwarz. Wir konnten ein restauriertes elfenbein Lenkrad nachrüsten, es sieht toll aus. Vorsichtshalber sind die Bremsen überholt worden und später zeigte sich noch die Notwendigkeit die Ventile und deren Führungen zu ersetzen. Ja und die neue Verdeckabdeckung und die Weißwandreifen nicht zu vergessen.

Das Auto ist jetzt sehr zuverlässig und das Fahren macht wirklich viel Spaß. So konnten wir die letzten Jahre an einigen Veranstaltungen teilnehmen, wie z.B das Klubtreffen in Bratislava 2013, Rallye Tatry 2013, Oldtimertreffen Vohenstraus 2015, 1000 mil Československých 2016, Rallye Beskydy 2016, Alex von Falkenhausen Rallye bei uns in Landshut 2019 usw.